Beschreibung

FotoDie Myrte (Myrtus communis) - auch Brautmyrte genannt - gehört zur Unterfamilie Myrtoideae, zusammen mit anderen Pflanzen, die teilweise ebenfalls reich an ätherischen Ölen sind. Als die bekanntesten Vertreter sind die Gewürznelke (Syzygium aromaticum), der Piment oder Nelkenpfeffer (Pimenta dioica) sowie die Guayave (Psidium guajava) zu nennen.

Die Unterfamilie Myrtoideae gehört, gemeinsam mit der Unterfamilie Leptospermoideae, dessen bekannteste Vertreter der Eukalyptus (Eucalyptus), der Zylinderputzer (Callistemon) und der Teebaum (Melaleuca alternifolia) sind, zur Familie Myrtengewächse, Myrtaceae, diese wiederum zur Ordnung Myrtenartige, Myrtales. Weitere bekannte Pflanzen, die ebenfalls innerhalb ihrer verschiedenen Familien zur Ordnung Myrtales gehören sind der Granatapfel (Punica granatum), die Paranuss (Bertholletia excelsa), die Lagerstroemie (Lagerstroemia indica), das Weidenröschen (Epilobium) und die Nachtkerze (Oenothera).

Die über 100 Gattungen und mehr als 4000 Arten der Myrtengewächse sind in allen Gebieten der Tropen und Subtropen beheimatet. Dabei reicht die Gestalt der Pflanzen von winzigen Zwergsträuchern bis zu riesigen Bäumen. In Europa ist nur eine einzige Art, Myrtus communis, anzutreffen. Nach ihr wurde die gesamte Familie der Myrtengewächse benannt.

Eine Unterart der Myrte - Myrtus nivellei - kommt endemisch in den Gebirgen von Südalgerien und dem Tschad, nahe der Zentralsahara vor. Sie gehört zu den vom Aussterben bedrohten Pflanzen. Das aus ihren Blättern gewonnene Öl wird in der Parfümindustrie und gegen Halsschmerzen verwendet.

Früher zählte man zahlreiche weitere Pflanzen zur Gattung Myrtus, die inzwischen jedoch eigenen Gattungen (hauptsächlich Eugenia, Myrcia und Psidium) zugeordnet wurden. Übrig blieb nur eine Art - Myrtus communis - sowie die oben genannte Unterart Myrtus nivellei. Trotzdem tauchen auch heute noch zahlreiche Pflanzenarten unter dem Namen Myrtus auf, wobei die Zuordnungen nicht immer eindeutig sind.

Zahlreiche Pflanzen tragen ebenfalls das Wort Myrte im Namen, auch wenn sie nur entfernt oder gar nicht mit der Brautmyrte verwandt sind. Meist spielen äußere Merkmale - häufig die Form der Blätter - oder aromatische Inhaltsstoffe eine Rolle.

Klassifizierung der Myrte unter den Lebewesen:

Für die Taxonomie der Pflanzen gibt es unterschiedliche Systeme. Bisher wurde die Klassifizierung nach der folgenden Systematik vorgenommen.

> Klassifikation: ------------ Lebewesen
> Domäne -------------------- Eukaryota (Eukaryoten)
> -------------------------- Archaeplastida
> ------------------------- Chloroplastida
> ------------------------ Charophyta
> ----------------------- Streptophytina

> Reich ---------------- Plantae (Pflanzen)
> Unterreich ---------- Tracheobionta (Gefäßpflanzen)
> Überabteilung ------ Spermatophyta (Samenpflanzen)
> Abteilung --------- Magnoliophyta (Bedecktsamer)
> Klasse ----------- Rosopsida (Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige)
> Unterklasse ----- Rosidae (Rosenähnliche)
> Ordnung -------- Myrtales (Myrtenartige)
> Familie ------- Myrtaceae (Myrtengewächse)
> Unterfamilie - Myrtoideae
> Gattung ----- Myrtus
> Art -------- Myrtus communis


Nach neueren Erkenntnissen wird allerdings die folgende Einteilung favorisiert.

> Klassifikation ------------- Lebewesen
> Domäne -------------------- Eucaryota (Eukaryoten)
> -------------------------- Archaeplastida
> ------------------------- Chloroplastida
> ------------------------ Charophyta
> Reich ----------------- Pflanzen (Plantae)
> Abteilung ------------ Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
> Unterabteilung ------ Samenpflanzen (Spermatophytina)
> Klasse ------------- Bedektsamer (Magnoliopsida)
> ------------------- Eudikotyledonen
> ------------------ Kerneudikotyledonen
> ----------------- Rosiden
> ---------------- Eurosiden II
> Ordnung ------- Myrtales (Myrtenartige)
> Familie ------ Myrtaceae (Myrtengewächse)
> Gattung ----- Myrtus
> Art -------- Myrtus communis

 

Die zweigliedrige Bezeichnung (binäre Nomenklatur) der Pflanzen (und Tiere) wurde von dem schwedischen Arzt und Biologen Carl von Linné (1707 - 1778), ab 1742 Prof. der Botanik an der Universität Uppsala, begründet. Gepresste und getrocknete Pflanzenteile der Myrte finden sich auch in Linnés Herbarium im Schwedischen Museum für Naturgeschichte in Stockholm.

 

Als verkürzte Beschreibung einer Pflanzenart in ihrer Einordnung im Pflanzenreich kann der Leformix (Lebensform-Index) verwendet werden. Für die Myrtus communis lautet der Leformix: plt.trh.spt.mal.ros.ros.myt.myt.myt.mys.cms

 

Nach [23] schwanken die diploiden Chromosomenzahlen in der Gattung Myrtus, wie auch in den Gattungen Eugenia, Feijoa und Psidium, zwischen 22, 28 und 88.

 

Ökologische Zeigerwerte nach Landolt [24]:

Dispersitätszahl  D = 2
Feuchtezahl F = 2
Humuszahl H = 3
Kontinentalitätszahl  K = 2
Lichtzahl L = 3
Nährstoffzahl N = 2
Reaktionszahl R = 3
Temperaturzahl

T = 5

Eine Erläuterung der Werte findet sich z.B. auf der Seite des "Projekt Alpenrhein".

 

weiterführende Informationen:

 

 

 


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