Eukalyptus – Baum voller Überraschungen

Die Gattung Eukalyptus ist mit, je nach Quelle, 600 bis 1200 Mitgliedern eine der artenreichsten Gattungen innerhalb der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet ist Australien und Indonesien. Wegen der Schnellwüchsigkeit und Frosttoleranz mancher Arten (bis – 20 °C) wird er aber auch in vielen anderen Regionen der Erde als Rohstofflieferant für die Holz- und Papierindustrie angebaut.

IMG 6609Das ist nicht ganz unproblematisch. Einerseits treten dieselben Probleme auf, wie bei vielen anderen Monokulturen. Andererseits benötigt der Eukalyptus enorme Wassermengen, was sich vielerorts negativ auf den Grundwasserspiegel auswirkt.

Betrachtet man die Gattung Eukalyptus etwas genauer, so fallen zahlreiche weitere verblüffende Eigenschaften dieser Bäume auf. Einige Arten des Eukalyptus zählen zu den höchsten Bäumen weltweit. Sie können Wuchshöhen von rund 100 m erreichen. Bei wieder anderen Arten ist das Holz extrem hart, feuerfest und so dicht, dass es sogar in Meerwasser untergeht.

In seiner Heimat werden die Eukalyptuswälder regelmäßig von Waldbränden heimgesucht. Das Feuer vernichtet aber nur die oberirdischen Pflanzenteile sowie nahezu alle Konkurrenzpflanzen. Der Eukalyptus treibt unmittelbar nach dem Feuer aus einem knollenartigen Wurzelstock, dem sogenannten Lignotuber, mit zahlreichen Trieben neu aus. Der stärkste Trieb wird dann zum neuen Stamm des Baumes. Durch das schnelle Wachstum haben andere Pflanzen neben ihm kaum eine Chance.

IMG 6455Gegen die Konkurrenz hat der Eukalyptus noch eine weitere Strategie. Ähnlich wie in unseren Breiten Eiche und Walnuss mit ihrem gerbstoffhaltigen Laub den Boden für andere Pflanzen vergiften, macht das der Eukalyptus auch. Allerdings enthalten seine Blätter neben dem Eukalyptusöl auch noch verschiedene Phenole, die zusätzlich für diese Wirkung verantwortlich sind. Da er aber immergrün ist, wirft er gleichmäßig über das Jahr verteilt immer wieder Blätter ab, die das Pflanzenwachstum in seiner unmittelbaren Umgebung unterdrücken.

Auch gegen Fressfeinde hat er raffinierte Strategien entwickelt. So sind seine in den Blättern enthaltenen ätherischen Öle für die meisten Tiere giftig. Nur Koalas haben sich daran angepasst, die es aber in den Anbaugebieten außerhalb seiner Heimat nicht gibt. Die ätherischen Öle und weitere Inhaltsstoffe sind auch dafür verantwortlich, dass der Eukalyptus bei einem Angriff seiner wenigen Fressfeinde die anderen Bäume seiner Umgebung warnt. Dieses Verhalten ist zwar nicht einzigartig, aber beim Eukalyptus unter allen Bäumen mit am stärksten ausgeprägt.

Auch bei der Vermehrung gibt es zahlreiche Besonderheiten. Seine Samenkapseln sind extrem hart und damit für potentielle Fressfeinde kaum zu knacken sowie nahezu feuerfest. Haben sie sich erst einmal geöffnet, so verstreuen sich die Unmengen winziger Körner leicht mit dem Wind über ein größeres Areal. Auch wieder als Mittel gegen Fressfeinde IMG 6466befinden sich unter diesen Samen viele, die überhaupt nicht keimfähig sind. So wird einerseits gewährleistet, dass wenige der keimfähigen Samen unter den vielen anderen gefressen werden, andererseits die Kraft des Baumes nicht für eine Unmenge an „echten“ Samen verschwendet wird.

Für die Tatsache, dass nur wenige der vielen winzigen Samen keimfähig sind, gibt es noch eine weitere Theorie. Die Eukalypten gibt es seit etwa 130 Millionen Jahren. Vor zehn bis 20 Millionen Jahren gelang es den wenigen Ur-Eukalyptus-Arten nicht mehr, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Sie begannen, mit ihren Genen zu „experimentieren“. Die unzähligen Samen enthalten die wildesten genetischen Varianten. Da die meisten „Experimente“ misslingen, sind diese Samen nicht keimfähig. Bei einigen wenigen gelingt dann aber die Anpassung, und die stärksten setzen sich durch und geben somit ihr Erbgut an die nächsten Generationen weitern sich, die dann ihrerseits immer besser anpassen können. Das ist Evolution im Turbogang.

Natürlich sind diese vielen besonderen Eigenschaften nicht auf eine einzelne Art konzentriert, das wäre dann es ein wahrer Monsterbaum, sondern über die gesamte Gattung verteilt. Insgesamt kann man aber sagen, dass die Eukalypten vielseitige und immer wieder für Überraschungen sorgende Bäume sind.

Einige Beispiele für die besonderen Eigenschaften:

  • Eucalyptus gunnii 'Azura' - frostsicher bis – 20 °C
  • Eucalyptus ebbanoensis - je nach Standort Strauch oder Baum
  • Eucalyptus albidia - am selben Ast runde und längliche Blätter
  • Eucalyptus amichulena - Höhe bis 20 m, aber nur Wurzeltiefe von ca. 30 cm
  • Eucalyptus marginata - nahezu feuerfestes Holz, das in Meerwasser untergeht
  • Eucalyptus viminalis - Alter über 1000 Jahre

 

Quellen:

 

 

 IMG 6915

 

 

 

Besucher

Heute 15

Gestern 79

Monat 1987

Insgesamt 363519

Kubik-Rubik Joomla! Extensions

 


 

facebooktwitterinstapinterestyt

Seiteninfos

Letzte Aktualisierung der Seite:
Montag, 21.09.2020

Alter der Website:
18 Jahre, 19 Tage
oder 6594 Tage




responsive Design

 

Wir verwenden ausschließlich Session-Cookies, die für den Betrieb der Website notwendig sind. Es werden keinerlei Tracking-Cookies gesetzt.