Sowohl bei Myrten im Kübel oder Blumentopf als auch bei Bonsai ist die Bepflanzung der sonst freien Erdoberfläche des Gefäßes ein dekoratives und nützliches Gestaltungselement. Nützlich deshalb, weil damit ein zu schnelles Austrocknen der oberen Erdschichten wirkungsvoll verhindert werden kann. Bei der Auswahl der passenden Unterpflanzen, auch Begleitpflanzen genannt, sind mehrere Aspekte zu berücksichtigen:
- Wasserbedarf - Dieser sollte dem der Myrte ähnlich sein bzw. die Unterpflanzung muss hinsichtlich des Gießens relativ tolerant sein.
- Lichtbedarf - Je nach Größe der Hauptpflanze bekommt die Unterpflanzung mehr oder weniger Licht ab. Je größer der Kronenbereich der Myrte, desto schattenliebender sollten die Beipflanzen sein.
- Überwinterung - Hier ist auf dieselben Ansprüche wie bei der Myrte zu achten. Ansonsten sollte die Unterpflanzung vor dem Winter entfernt und im Frühjahr erneuert werden.
- Wurzeltiefe - Wichtig ist, dass die Unterpflanzen nur flach wurzeln und nicht in direkte Konkurrenz mit den Myrtenwurzeln treten.
- Düngen - Beim Düngen ist darauf zu achten, dass der Dünger die Unterpflanzung nicht verbrennt.
Folgende Arten können als Unterpflanzung empfohlen werden:
- verschiedene Arten der echten Moose - keine Wurzeln, daher keine Wurzelkonkurrenz
- verschiedene Arten der Zwergfarne
- Moosfarne (Selaginella) - verschiedene Arten
- Sternmoos (Sagina subulata) - ein Nelkengewächs, wirkt optisch wie Minirasen
- Laugenblume, Fiederpolster (Cotula dioica) - Korbblütler, der wie Minifarn aussieht
- Kletterfeige (Ficus pumila) - nur für große Kübel geeignet, muss regelmäßg zurückgeschnitten werden
- Fetthenne, Mauerpfeffer (Sedum) - verschiedene Arten
Dabei handelt es sich lediglich um eine kleine Auswahl, die im Laufe der Zeit ergänzt werden soll. Außerdem kann jeder experimentierfreudige Pflanzenliebhaber seine eigenen Erfahrungen mit Begleitpflanzen machen und diese auch gern hier mitteilen.

Bei genügend Feuchtigkeit bilden sich Moospolster sogar von allein.

Sternmoos (Sagina subulata)
Myrten lassen sich wie die meisten Pflanzenarten geschlechtlich (durch Samen) oder vegetativ (durch Stecklinge, Ableger, u.s.w.) vermehren. Dabei gibt es jedoch artspezifische Besonderheiten, die im Folgenden beschrieben werden.
Aussaat
Myrten lassen sich relativ einfach durch Samen vermehren. Dabei sollten die Samenkörner möglichst bald nach der Ernte ausgesät werden. Zuvor das Fruchtfleisch entfernen und die Samen 2 bis 3 Tage trocknen lassen. Die bis über 30 Samen pro Frucht sind etwa 2 bis 3 Millimeter groß. Samen von Kübelpflanzen in unseren Breiten sind etwas kleiner (oberes Bild) als solche aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet der Myrte (unteres Bild).


Die Keimdauer ist abhängig von zahlreichen Faktoren, wie Bodentemperatur, gleichmäßige Feuchtigkeit, Vorbehandlung der Samen usw. Bei Zimmertemperatur liegt sie meist zwischen 2 und 6 Wochen. Es können aber von derselben Aussaat auch noch nach über 2 Monaten Samen keimen. Ein Vorquellen der Samen für 48 Stunden in lauwarmem Wasser wirkt sich günstig auf die Keimung aus und kann die Keimdauer verkürzen. (siehe auch: Keimdauer einiger Myrtengewächse)
Viele Pflanzenarten bilden die männlichen und weiblichen Blütenteile zeitlich versetzt aus, um eine Selbstbestäubung zu verhindern. Nicht so die Myrte; hier ist Selbstbestäubung durchaus möglich, vor allem bei Zimmerpflanzen, die künstlich bestäubt werden. Die Früchte reifen auch heran und bilden Samen aus. Allerdings wachsen die daraus keimenden Pflanzen sehr schwächlich, sind anfälliger für Schädlinge und bleiben oft (trotz guter Pflege) nur wenige Jahre am Leben. Möglicherweise wird so von der Natur eine genetische Degeneration der Pflanzenart verhindert. Myrten, die aus Samen keimen, welche in der Natur gesammelt wurden oder die aus Gewächshäusern mit vielen Pflanzen stammen, wachsen ganz normal zu gesunden und kräftigen Büschen heran. Eine weitere mögliche Ursache für die Probleme der Samenvermehrung der Zimmer-Myrten ist weiter unten geschildert.
Die Keimrate beträgt bei unsortierten Samen ca. 65%. Allerdings geschieht es häufig, dass es die Keimlinge nicht schaffen, sich aus der harten Samenschale zu befreien. Dadurch können noch bis zur Hälfte der zunächst keimenden Pflanzen verkümmern, so dass die Gesamterfolgsquote bei etwa einem Drittel liegt.

Die beiden folgenden Jungpflanzen sind etwa zwei Wochen alt:

normaler Sämling

seltene dreiblättrige Form, M. c. "Trifolia"

Jungpflanzen aus Samen, ca. 6 Monate alt
Als Besonderheit ist noch anzumerken, dass aus den Samen der Wildform mit ihren großen Blättern zu einem geringen Prozentsatz auch andere Sorten wachsen (möglicherweise Mutationen); so z.B. die oben abgebildete dreiblättrige Form oder auch kleinblättrige Varianten (siehe unten). Eventuell stammen auch alle Zierformen (Myrtus communis "Microphylla"), die heute als Zimmerpflanzen verbreitet sind, von solchen anders geformten Pflanzen ab. Das könnte auch eine Ursache dafür sein, warum die Samenvermehrung von Zimmer-Myrten schwieriger ist als die der Wildform.

Beide Jungpflanzen sind ca. 3 Monate alt
und wurden aus Samen derselben Mutterpflanze gezogen.
Stecklinge
Schneller als die Aussaat führt die Stecklingsvermehrung zum Erfolg. Stecklinge können das ganze Jahr über gesammelt werden. Die Bewurzelung in Wasser ist problemlos und deshalb vorzuziehen. Die Stecklinge sollten leicht verholzt und ca. 10 - 20 cm lang sein. Sofort nach dem Schneiden stellt man sie in Wasser. Die Zeit bis zur Bewurzelung und die Erfolgsquote hängen stark von der Jahreszeit und dem Zustand der Stecklinge ab. Frische Stecklinge, die im Sommer geschnitten wurden bewurzeln sich in ca. 3 Wochen mit einer Erfolgsquote von etwa 90%. Sind die Stecklinge 12 Stunden alt (z.B. beim Sammeln in der Natur) sinkt der Erfolg auf 40%. Im Winter kann die Dauer durchaus 3 Monate betragen. Die Erfolgsquote sinkt dann selbst bei frischen Stecklingen auf etwa 70%.
Bei der Stecklingsvermehrung ist es genau umgekehrt wie bei der Aussaat - Zimmer-Myrten der Sorte "Microphylla" bewurzeln sich leichter und schneller als Stecklinge der Wildform.
Zur Vorbereitung entfernt man an den Stecklingen die Blätter in dem Bereich, der im Wasser steht. Die Schnittfläche sollte möglichst groß sein, also schräg anschneiden. Noch besser ist es, den Zweig, der als Steckling dienen soll, vom Ast, an dem er sich befindet, abzureißen und ein Stück des sogenannten Bartes stehen zu lassen. Außerdem sollte die Spitze etwas eingekürzt werden, um die Blattmasse und damit die Verdunstung zu verringern.

frisch abgerissene Stecklinge

Blätter im unteren Bereich entfernt und Spitzen eingekürzt

links: Abrissstelle mit sogenanntem "Bart"
rechts: "Bart" eingekürzt

nach ca. 3 Wochen

nach ca. 2 Monaten
Es sollten dunkle Gefäße zur Eindämmung der Algenbildung verwendet werden, was aber im Sommer wegen der kurzen Bewurzelungszeit nicht unbedingt erforderlich ist. Als Standort empfiehlt sich ein warmer, heller Platz im Zimmer, der jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung ist. Die Verwendung von Leitungswasser zur Keimeindämmung und die Zugabe zerriebener Holzkohle wirken sich günstig aus. Sobald sich die ersten Wurzelspitzen zeigen, sollte das Wasser nicht mehr gewechselt werden, da es sonst zu einer Stockung der Wurzelbildung kommt. Nach dem Eintopfen kann das verbliebene Wasser, sofern es nicht durch Algen verunreinigt ist, für weitere Stecklinge verwendet werden. Die offenbar von der Pflanze abgegebenen Substanzen wirken sich positiv auf die Bewurzelung aus. Haben sich genügend Wurzeln gebildet, ist die Umstellung auf Erde problemlos. In der ersten Zeit sollten die Pflanzen schattig gestellt und etwas stärker gegossen werden.
Zur Vermehrung in Erde steckt man mehrere Stecklinge an den Rand eines Blumentopfes in ein übliches Vermehrungssubstrat (im Handel erhältlich). Dann stülpt man einen Plastikbeutel oder ein Glas über den Topf und stellt ihn an einen hellen, nicht sonnigen Platz. Eine möglichst gleichbleibende Temperatur von 16 - 21 °C sorgt zusätzlich für ideale Wachstumsbedingungen. Dass die Pflanzen beginnen zu wurzeln erkennt man daran, dass sie anfangen zu wachsen. Etwa 3 Wochen später pflanzt man sie einzeln in Töpfe in die für ausgewachsene Pflanzen empfohlene Erde. Danach werden die Jungpflanzen wie große Exemplare behandelt, allerdings sollte man mit dem Schneiden einige Zeit warten, damit sich die Pflanzen ausreichend gestärkt haben.
Abmoosen
Das Abmoosen ist eine Vermehrungstechnik, bei der ein Zweig oder Ast am Baum oder Strauch bewurzelt wird. Die beste Jahreszeit dafür ist das Frühjahr. Bei Myrten kann man es aber prinzipiell zu jeder Jahreszeit durchführen, mitunter kann es aber bis zu einigen Monaten dauern, bis sich Wurzeln gebildet haben.
Zunächst schält man einen Rindenstreifen ab (s. Abb. 1), der etwa genau so breit sein sollte, wie der Ast dick ist. Anschließend schneidet man eine(!) Lage eines Papiertaschentuchs auf die gleiche Breite zu. Dieses wird mit in Wasser angerührtem Bewurzelungspulver getränkt und um die abgeschälte Stelle gewickelt (nur eine Schicht!). Darum kommt ein etwa faustgroßes Stück feuchtes Moos (s. Abb. 2) und zum Abschluss durchsichtige Folie (s. Abb. 3), so kann man sehen, wenn sich genügend Wurzeln gebildet haben. Von Zeit zu Zeit sollte man per Injektion mit einer Spritze Wasser nachfüllen, so dass das Moos nie austrocknet. Während der gesamten Zeit des Abmoosens sollte die Pflanze nicht in der vollen Sonnen stehen.

Haben sich genügend Wurzeln gebildet, was man durch die Folie gut erkennen kann, schneidet man den Ast am unteren Folienende ab. Die Schnittstelle sollte zur Desinfektion und zum Schutz vor Fäulnis mit zerriebener Holzkohle bestäubt werden. Danach entfernt man vorsichtig die Folie und topft die neu entstandene Pflanze ein. Das Moos sollte nicht entfernt werden, um die neuen Wurzeln nicht zu beschädigen. Mit der Zeit verrottet es von selbst. Die Pflanze sollte die ersten Wochen reichlich gegossen werden und schattig stehen.
Krankheiten und Schädlinge
Die Myrte kann prinzipiell von allen Krankheiten und Schädlingen befallen werden, die auch andere Pflanzen betreffen. Eine Reihe von Schädlingen kommt allerdings verstärkt in geschlossenen
Räumen vor, sodass ein Aufstellen während der frostfreien Zeit im Freien schon eine gewisse Abhilfe schaffen kann. Außerdem ist die Myrte für einige Schädlinge stärker und für andere weniger stark empfänglich als andere Pflanzen. Im folgenden sollen die wichtigsten Schädlinge und Krankheiten beschrieben und Möglichkeiten der Bekämpfung aufgezeigt werden. Die Empfindlichkeit der Myrte gegenüber den jeweiligen Schädlingen bzw. Krankheiten ist gekennzeichnet durch: (+) selten, (++) gelegentlich und (+++) häufiger auftretend.
Tierische Schädlinge
Schildläuse (+++): Es handelt sich um Insekten, die nur im jungen Stadium beweglich sind, später unter einem Schild verborgen an einem festen Platz sitzen und die Pflanze durch Aussaugen des Saftes schädigen. Die Schäden werden noch dadurch verstärkt, dass die Pflanze anstelle ihres Saftes eine chemische Substanz absorbieren muss, die im Speichel der Schildlaus enthalten ist, auf die sie mit der Produktion von Zucker reagiert, was wiederum die Entwicklung von Pilzen fördert. Die Anzeichen für den Befall mit Schildläusen sind bräunliche pockenartige Erhebungen auf der Blattunterseite oder an den Trieben. Als Bekämpfungsmaßnahme empfiehlt sich bei geringem Befall das mechanische Entfernen der Tiere, indem sie mit einem Holzstäbchen abgeschabt werden. Bei verstärktem Auftreten wirkt eine 5-prozentige Spirituslösung oder eine Schmierseifenlösung (20 g je Liter Wasser), in die die Pflanze mehrmals kopfüber getaucht wird. Vorsicht: Es darf keine Lösung in die Erde gelangen! Das Wasser sollte eine Temperatur von ca. 30° C haben. Diese Prozedur ist noch zwei- bis dreimal in Abständen von 2 - 3 Tagen zu wiederholen. Eine weitere Möglichkeit ist die Anwendung eines systemisch wirkenden Mittels, das auf die Erde gegossen wird. Der Wirkstoff wird mit den Wurzeln aufgenommen und über die gesamte Pflanze verteilt.
Mottenschildlaus (Weiße Fliege) (+++): Diese Verwandten der Blatt- und Schildläuse sehen äußerlich winzigen weißen Motten ähnlich. Die Tiere haben 4 weiße Flügel, sind etwa 2 mm lang und am Körper mit weißen Wachsausscheidungen bedeckt. Sie schädigen durch Saugen an der Unterseite der Blätter. Die schildlausähnlichen gelblich-grünen Larven sondern große Mengen Honigtau ab, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln können. Trockene Wärme fördert das Auftreten. Die schnelle Generationsfolge macht die Bekämpfung schwierig, deshalb ist wiederholt in Abständen von 4 - 5 Tagen mit entsprechenden Mitteln zu spritzen. Diese müssen als Mittel gegen die Weiße Fliege ausgewiesen sein. Ihnen ist eine Haftsubstanz beigemischt, ohne die das Mittel von den Wachsausscheidungen der Tiere abperlen würde. Gegen die erwachsenen Fliegen hilft als ergänzende Maßnahme das Aufhängen oder -stellen von Gelbtafeln. Eine rechtzeitige Erkennung ist bei der Weißen Fliege besonders wichtig. Deshalb sollten die Pflanzen regelmäßig untersucht werden, was natürlich auch für alle anderen Schädlinge gilt.
Thripse (Blasenfüße) (++): Die Insekten sind 1 - 2 mm lang, jung weißlich, später dunkelbraun bis schwarz. Sie saugen an der Blattunterseite, wo silberne Streifen entstehen, die dann zu großen Flecken zusammenfließen. Thripse lieben eine warme, trockene Umgebung. Ein regelmäßiges Übersprühen wirkt vorbeugend. Bekämpft können Thripse durch spritzen mit Weißöl (Promanal) oder durch Gießen mit einem systemisch wirkenden Mittel (z.B. Systemschutz D).
Trauermücken (+): Die 3 - 4 mm langen Larven sehen glasig aus und haben einen dunklen Kopf. Sie fressen an den Wurzeln von Jungpflanzen, Sämlingen und Stecklingen. Die kleinen Mücken (die selbst keinen Schaden anrichten) bekämpft man in Räumen mit Gelbtafeln, gegen die Larven gießt man z.B. mit Ekamet.
Spinnmilben (Rote Spinne) (++): An der Blattunterseite sowie den Blattachseln befinden sich feine Gespinste, die im Gegenlicht gut zu erkennen sind. Darin sitzen in großer Zahl die roten bis bräunlich-gelben etwa 0,5 mm großen Milben. Bei fortschreitendem Befall werden die Blätter gelb und fallen ab. Lufttrockenheit und Zugluft begünstigen die Ausbreitung, die sehr rasch erfolgen und auf andere Pflanzen übergreifen kann. Die Bekämpfung erfolgt wie bei der Weißen Fliege. Gegen Spinnmilben können aber auch biologische Mittel eingesetzt werden. Eine frühzeitige Erkennung kann die schlimmsten Schäden verhindern.
Wollläuse (+): Die Wollläuse haben keine festen Schilde, zeichnen sich aber durch Wachsausscheidungen aus und können wie ein weißer Flaum in den Blattachseln auftreten. oft siedeln sie sich auch an schlecht vernarbten Schnittstellen an. Bei Massenauftreten finden sich die Kolonien auch an der Blattunterseite. Die Bekämpfung erfolgt wie bei den Schildläusen.
Wurzelläuse (+): Sie werden vornehmlich beim Umpflanzen entdeckt, aber auch stockendes Wachstum und gelb werdende Blätter können auf einen Befall hinweisen. Die weißen Läuse bevölkern den Wurzelballen und sind meist mit weißen Wachsfäden bedeckt. Sie können besonders bei trockenem warmem Stand auftreten. Werden sie beim Umpflanzen entdeckt, empfiehlt es sich, den Wurzelballen in eine Insektizidlösung zu tauchen. Um sicher zu gehen, dass alle Schädlinge vernichtet sind, sollte nach dem Umpflanzen zweimal im Abstand von 14 Tagen ein Insektizid gegossen werden.
Nematoden (+): Nematoden, auch Älchen oder Fadenwürmer genannt, verursachen an den Wurzeln warzenartige Anschwellungen. Die Pflanze wird dann schlaff und stockt im Wachstum. Man behandelt die befallenen Pflanzen am besten beim Umtopfen im Frühling. Mit einem scharfen Messer werden die kranken Wurzelteile entfernt und die Umgebung der Schnittwunden mit einem Fungizid eingesprüht. Nach dem Umpflanzen behandelt man die Bäumchen noch ein bis zwei Monate weiter mit dem Fungizid.
Springschwänze (++): Diese winzigen, flügellosen Insekten sitzen häufig zwischen Schale und Untersetzer oder (bei zu feuchtem Substrat) auf der Erdoberfläche. Bei Berührung springen sie fort. Sie verursachen nur geringen Schaden durch Wurzelfraß, meist nur bei massenhaftem Auftreten, da sie sich sonst von abgestorbenen Pflanzenteilen ernähren. Zur Vorbeugung sind die Schalen sauber und außen trocken zu halten. Das Ausstreuen von Tabak (nur wenig) oder das Tauchen der Töpfe für ca. 1 Stunde vertreibt die Tiere.
Eine weitere Bekämpfungsmaßnahme, die gegen verschiedene tierische Schädlinge hilft, wurde von Johannes Gritsch vorgeschlagen:
"Schädlinge an der Pflanze, die nicht verkapselt sind, lassen sich leicht mit einem Elektroverdampfer (österr. "Gelsenstecker") bekämpfen: Eine passende Plastiktüte über die Pflanze stülpen, den Elektroverdampfer mit Verlängerungskabel hinein verlegen, 24h warten - fertig. Funktioniert bei der roten Spinne, Thripsen und Blattläusen perfekt. Man muss nur darauf achten, dass die Patronen mit dem Wirkstoff frisch sind, sie altern meiner Erfahrung nach und sind nach ca 1 Jahr ziemlich wirkungslos, besonders wenn sie mit Pyrethrum versehen sind. Da sich das Pyrethrum bei Tageslicht schnell zersetzt, ist ein dunkler Sack besser - und nach kurzer Zeit ist es auch wieder rückstandslos weg, was auch gut ist. Ich will nicht dauerhaft Insektizide im Zimmer haben."
Pilzerkrankungen
Wurzelfäule (++): Gelbbraun verfärbte Blätter oder das Abfallen derselben sind ein wichtiges Symptom von Wurzelkrankheiten. Zunächst werden der feste Stand im Gefäß, der Zustand der Erde (Feuchtigkeit und Konsistenz) und die Abzugslöcher überprüft. Ist der Stand nicht fest, die Erde nass und verschlämmt oder sind die Abzugslöcher verstopft, so handelt es sich meist um Wurzelfäule. Es empfiehlt sich sofortiges Umpflanzen in frische Erde unter Beachtung einer guten Drainage am Gefäßboden. Vor dem Einpflanzen werden alle faulenden Wurzeln entfernt und der gesamte Wurzelbereich mit einem Fungizid eingesprüht. Die Weiterbehandlung erfolgt wie bei frisch umgetopften Pflanzen. Das beste Mittel gegen Wurzelfäule ist natürlich, dass die Pflanze ideale Bedingungen hat und eine gute Drainage vorhanden ist.
Grauschimmel (+): Dieser Pilz tritt oft bei der Stecklingsvermehrung auf. Sehr hohe Luftfeuchtigkeit bei geringer Luftbewegung fördert den Befall, der sowohl Blätter und Blüten als auch die krautigen Stengel der Pflanze erfasst. Der Pilz dringt in das Gewebe, das bei Stecklingen zusätzlich geschwächt ist, ein und zerstört es. Es entstehen anfangs faulig-braune Stellen, die später von weißgrauem Schimmelrasen überzogen werden. Die befallenen Stecklinge sind sofort zu vernichten. Um eine weitere Ausbreitung des Pilzes zu verhindern, sollte regelmäßig gelüftet und für Luftbewegung gesorgt werden. Als Vorbeugung bei Myrten empfiehlt sich die Stecklingsvermehrung in Wasser (siehe Vermehrung). Grauschimmel kann zwar auch bei frisch eingetopften bewurzelten Stecklingen auftreten, ist jedoch bei genügender Belüftung sehr selten.
Echter Mehltau (+): Überwiegend an der Oberseite der Blätter, bei starkem Befall auch an der Unterseite und an den Stengeln, auftretender weißlicher, mehlartiger Belag, den man abwischen kann. Er verursacht Wachstumsstörungen und Verkümmerung der Blätter, bei starkem Befall sogar ihr Absterben. Mehrmalige Spritzungen mit einem Fungizid töten den Pilz ab, der bevorzugt bei Überdüngung mit Stickstoff auftritt.
Falscher Mehltau (+): Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann sich an der Unterseite der Blätter ein Schimmelrasen bilden, wobei an den befallenen Stellen an der Blattoberseite fahlgelbe Stellen sichtbar werden. Die Bekämpfung erfolgt mit einem Fungizid oder Kupferpräparat.
Rußtau (++): Unter dieser Bezeichnung versteht man eine Ansammlung von Pilzen, die sich auf dem Stamm, dem Blättern und Zweigen entwickeln und wie ein rußiges Pulver oder eine schwarze, bröckelige Kruste aussehen. Es handelt sich um Pilze, die außen auf den Pflanzen leben und an ihrer Oberfläche haften. Sie ernähren sich von den zuckerhaltigen Substanzen, die Pflanzen produzieren, die von Schädlingen befallen sind. Hohe Luftfeuchtigkeit und geringer Luftaustausch fördert den Befall. Als Bekämpfung empfiehlt sich ein Fungizid. Besser ist jedoch die Vorbeugung, d.h. die rechtzeitige Bekämpfung oder Vermeidung von tierischen Schädlingen wie Schild-, Blatt- und Mottenschildlaus.
Sonstige Krankheiten
Chlorose (+): Hierbei handelt es sich um fehlende Bildung oder Zerstörung von Chlorophyll. Die Blätter bleichen oder werden gelb (die Blattadern bleiben grün), vertrocknen und fallen ab. Die Ursachen müssen in der Zusammensetzung der Erde gesucht werden. Chlorose ist also eine Mangelerscheinung und tritt besonders dort auf, wo der Erde Eisen fehlt oder wenn sie stark kalkhaltig und das Eisen nicht mehr pflanzenverfügbar ist. Abhilfe schafft die Zugabe von Eisendünger in das Gießwasser.
Virosen (+): Die Krankheitserreger sind in diesem Fall Viren, die z.T. äußerst ansteckend sind und sich mit großer Geschwindigkeit vermehren. Die Symptome beschränken sich manchmal auf die Bildung von Streifen, die man auch bewusst als Schmuckelement einsetzt. Die Pflanzen können aber auch stark geschädigt werden. Dies äußert sich u.a. in Verformungen, Nekrosen oder verminderter Blüte. Die häufigsten Überträger sind tierische Schädlinge wie Blattläuse, aber die Krankheit kann auch durch zufällige Berührungen von einer Pflanze auf die andere übertragen werden, z.B. durch infizierte Geräte, durch Samen oder durch das Veredeln. Man kann diese Krankheiten nur vorbeugend bekämpfen, indem man die kranken Pflanzen vernichtet und Schädlinge rechtzeitig bekämpft.
Ameisen und Regenwürmer sind im engeren Sinne keine Schädlinge, können aber durch Aushöhlen des Wurzelballens der Pflanze schaden. Zur Vorbeugung sollte man, bei Aufstellung im Freien, den direkten Kontakt der Schalen zum Erdboden vermeiden. Ist es doch einmal zum Befall gekommen, hilft ein mehrstündiges Tauchen des gesamten Wurzelballens die Tiere zu vertreiben.
Unklare Ursachen: Von Zeit zu Zeit treten an den Myrten spontane Blattverformungen auf (siehe Foto), die auf keine der oben genannten Ursachen zurückzuführen sind. Dies geschieht fast immer an den neu erscheinenden Blättern. Beim Weiterwachsen des betroffenen Zweiges können sich auch wieder normal geformte Blätter entwickeln. Die genaue Ursache für diesen Effekt ist bisher unbekannt. Möglicherweise resultieren die Deformationen aus ungleichmäßig geöffneten Blattknospen.

Ebenfalls nicht vollständig geklärt ist, warum sich in seltenen Fällen an einem Zweig wechselständig angeordnete Blätter bilden (siehe Pfeile), wobei Myrtenblätter normalerweise immer kreuzgegenständig wachsen.

Weiterführende Informationen:
- Zitrusbockkäfer aus Asien breitet sich aus
- Rindengallen an Myrtus communis
- Problem Rindenablösung
- Mutation der Myrte?
- Blattflecken
Die Wachstumsgeschwindigkeit von Myrten ist sehr unterschiedlich, abhängig von der Pflanze selbst (Sorte, Alter, Vitalität) aber auch von äußeren Faktoren (Größe des Pflanzgefäßes, Erde, Wasserversorgung, Licht, Düngung, u.s.w.). Es gibt Pflanzen, die in wenigen Monaten über einen halben Meter wachsen und einige, die in dieser Zeit nur wenige Zentimeter schaffen. Die folgenden Angaben treffen für alle Pflanzen zu, nur der Zeitraum, wann die entsprechende Trieblänge erreicht ist, kann sehr stark variieren.
Myrten lassen sich recht einfach in die verschiedensten Formen schneiden. Angefangen von einfachen Kugelbäumchen über komplizierte geometrische Formen bin hin zum Bonsai. Bei all diesen Gestaltungsformen ist der Neuaustrieb immer wieder auf 1 bis 2 Blattpaare zurückzuschneiden, wenn er im unteren Bereich leicht
verholzt ist bzw. 5 bis 7 Blattpaare gebildet hat. Wird Wert auf die Blüten gelegt, darf ab Ende April nicht mehr geschnitten werden. Der Rückschnitt erfolgt erst wieder nach der Blüte. Die einzelnen Äste können auch als Polster ausgebildet werden. Sind die Polster sehr dicht, besteht die Gefahr, dass sie von innen heraus immer mehr Blätter verlieren, weil an diese nicht genügend Licht kommt. Um dem vorzubeugen, sollten die Astpolster bei Bedarf im zeitigen Frühjahr und/oder (je nach Wuchsstärke) im Herbst ausgelichtet und die einzelnen Zweige relativ stark zurückgeschnitten werden. Dabei ist zu beachten, dass sich nach dem Schnitt an jedem Zweig noch mindestens ein Blattpaar befindet. Beim Schneiden achte man außerdem darauf, dass der Abstand der Schnittstelle von den verbleibenden Blattachseln ca. 1 bis 2 mm betragen sollte, um ein Austrocknen der Zweigspitzen zu vermeiden.
Für die Schnittmaßnahmen empfehlen sich wegen der zarten Zweige für alle Myrten, egal welche Form, spezielle Bonsaischeren (Foto). Bei fertig gestalteten Astpolstern kann der Rückschnitt des Neuaustriebs auch mit passenden elektrischen Werkzeugen erfolgen (siehe auch Artikel "Bonsai-Heckenschere").
Ist der Innenbereich der Krone bzw. der Astpolster zu stark verkahlt, so ist ein drastischer Rückschnitt bis ins alte Holz erforderlich (siehe "Drastischer Rückschnitt"). Dabei ist zu beachten, dass in der Folgezeit sparsamer gegossen werden muss, um Wurzelfäule zu vermeiden, da der Baum wegen der fehlenden Blätter kaum Wasser verdunstet.

Bonsai-Scheren verschiedener Größe
weiterführende Informationen:



